Die Toskana Des Gardasees

Die Toskana Des Gardasees
Die hier beschriebene Wanderroute gibt uns Gelegenheit, einen wunderschönen Landstrich zu durchqueren, den man sehr wohl als “die Toskana des Gardasees” bezeichnen kann. In der Tat gleicht vieles dieser idyllischen Gegend, und das nur ein paar Schritte von zu Hause entfernt. Wir beginnen unsere Wanderung im Ortsbereich San Carlo (67m ü.M.), ganz in der Nähe der Schiffswerft Feltrinelli. Sie befindet sich genau auf halbem Weg zwischen Villa und Bogliaco und ist daher leicht von beiden Ortsteilen aus zu erreichen. Der Name rührt her von einem alten Kloster, von dem nichts mehr übrig ist. Es muß sich aber genau dort befunden haben, wo heute das imposante Bauwerk der ehemaligen Magnolini-Kaserne steht, die schon seit Jahren auf ihre Restaurierung wartet. Das Gebäude grenzt im Süden an einen kleinen Bach (rio Varini), der auf der anderen Seite der Staatsstraße (Statale) unmittelbar in den Gardasee mündet. Auf dem kleinen gleichnamigen Fußweg wandern wir zwischen Steinmauern in die Hügellandschaft. Abgesehen von einem kurzen steilen Stück zu Beginn verläuft der Anstieg kaum merklich. Wir durchqueren ein kleines Tal, das so von Lorbeerbüschen zugewuchert ist, daß man den Himmel kaum mehr sehen kann. Kurz darauf erblicken wir runzelige alte Olivenbäume auf den Feldern und unbestellte Wiesen, auf denen häufig Rinder weiden. Nach etwa 500 Metern stoßen wir auf eine geteerte Straße, der wir nur kurz bergauf folgen. Gleich nach etwa zehn Metern biegen wir rechts zum Friedhof ab, zu erkennen an einer Reihe Zypressen. Am Friedhof angekommen gehen wir links an ihm vorbei und stoßen ein zweites Mal auf die Teerstraße. Dort steht ein Heiligenbild (Santelle) aus dem achtzehnten Jahrhundert mit der Heiligen Jungfrau Maria (Madonna Addolorata). Wir gehen weiter auf dem Kiesweg, der etwas oberhalb davon fortsetzt und uns zu dem Ort Fornico bringt (207m ü.M. 30min). Gleich am Eingang des kleinen Dorfes begrüßen uns alte Brunnen. Nur ein kleines Stück weiter, an einer Kreuzung, befindet sich ein weiteres Madonnenbild, ein Gemälde in der Nische eines Wohnhauses. Wir folgen dem ansteigenden Weg geradeaus, halten uns links und kommen an einigen sehenswerten Bauernhäusern vorbei. An der nächsten Kreuzung mit einer Straße, die sich uns quer entgegenschlängelt, gehen wir noch einmal nach links in westliche Richtung zur Wallfahrtskirche von Supina (Achtung! Im Dorf befinden sich mehrere Wegweiser nach Supina. Haltet Euch bitte nicht an diese, denn sie gelten für Autofahrer und beschreiben nicht den von uns vorgeschlagenen Weg). Jetzt kann man sich praktisch nicht mehr verlaufen, denn man muß einfach nur auf dem Weg bleiben, der zwischen den Feldern aus dem Dorf hinausführt. Anfangs ist dieser noch recht eben, dann führt er uns, eingeschlossen zwischen dem roten Fels und einigen typisch alten, mörtellosen Steinmauern, bergaufwärts. Nach einem letzten steilen Stück eröffnet sich uns der Blick auf einen Landschaftsrücken, deren Hügel in Richtung See abfällt. Nur wenig weiter taucht die kleine Kirche auf, die der Madonna di Supina geweiht ist, die erste Etappe unseres Ausfluges (250m ü.M. 20min-insgesamt 50min). Das Gebäude besteht aus einem einteiligen Kirchenschiff mit einem einfachen Giebeldach, talwärts befindet sich ein bescheidener Bau. In diesem lebte bis vor wenigen Jahrzehnten noch ein Wächter und Eremit, der sich um die Wallfahrtskirche kümmerte. Den Eremiten von Supina gibt es heute nicht mehr, einige Freiwillige sorgen aber mit lobenswerter Hingabe dafür, daß die kleine Kirche aus dem sechszehnten Jahrhundert trotzdem weiterhin jeden Sonntag nachmittag für seine Besucher offensteht. Das Innere der Kirche mit seiner bemalten Holztafeldecke, den zahlreichen Fresken und Ölgemälden sowie einer kleinen Schatzkammer verdient einen Besuch. Vom Kirchplatz aus hat man ein zauberhaftes Panorama auf den See. Zu beiden Seiten, einander gegenüberliegend, sieht man die Glockentürme zweier weiterer Kirchen. Die von San Pier d’Agrino, die wir auf dem Rückweg noch besichtigen werden und jene von San Giorgio, die sich vom Kirchplatz aus gesehen deutlich vom Seeufer abzeichnet. Nach einer Rast gehen wir auf dem Wanderweg immer weiter in Richtung Westen, bis wir an eine Kreuzung mit einem etwas breiteren Weg gelangen. Haben wir uns bereits müde gelaufen, so können wir nach links zum Ausgangspunkt zurückgehen. Diese ebenfalls recht schöne Straße bringt uns wieder nach Fornico zurück. Von dort aus gelangen wir über den Weg an den Brunnen vorbei zur Kirche von San Pier d’Agrino, dem letzten Abschnitt unserer Wanderung. Haben wir noch Energien übrig, so sollten wir diese unbedingt zum Weitergehen nutzen: der erdige Spazierweg verläuft relativ eben und bietet bezaubernde Ausblicke auf die darunterliegenden Hügel und auf den See; ein Stückchen weiter führt uns eine von Büschen umgrenzte Allee aus Pinien und Zypressen zu dem wunderschönen Bauernhof von Cervano. Er befindet sich auf einer bewirtschafteten Hochebene (230m ü.M. 15min-1Std.5min). 200 Meter weiter biegen wir an der nächsten Wegegabel nach links ab und gehen von nun an entschieden talwärts entlang der via Scarpera, die zu Beginn noch eher wie ein wilder Weg wirkt. Unterhalb, uns gegenüberliegend, taucht eine weitere Kirche mit einem spitzen Glockenturm auf: es ist die Kirche von Cecina, einem besonders sehenswerten Ortsteil von Toscolano Maderno. Wir folgen der befahrbaren Straße in Richtung Kirche bis unter den Kirchplatz. Von hier aus wandern wir weiter auf dieser Straße am Golfplatz vorbei, biegen allerdings nach etwa hundert Metern links auf einen kleinen Nebenweg ab, der uns nach Mornaga führt (der kleine Wanderweg teilt den Golfplatz in zwei Teile und bringt uns wieder auf den Hügel des vorherigen Abhanges. Wir folgen einer Strecke, die parallel zur vorhergehenden von Cervano verläuft, nur in entgegengesetzter Richtung und ein Stückchen tiefer gelegen). Mornaga ist ein alter mittelalterlicher Flecken, zur einen Seite hin von Häusern begrenzt, zur anderen von einer hohen Schutzmauer, die einen Innenhof einschließt. Vor kurzem erst wurde hier restrukturiert, um Ferienhäuser entstehen zu lassen. Die äußere Struktur blieb jedoch davon unbenommen und genau in der Mitte der Fassade zeigt sich uns entlang der Straße, die wir laufen, sehr schön ein wertvolles Fresko-Votivgemälde aus dem Jahre 1498.  Wir lassen den Flecken hinter uns und gehen bei der folgenden Wegegabel die untere Straße entlang, vorbei an weitläufigen Olivengärten und leicht hügeligen Wiesen und Feldern, auf denen gewöhnlich Schafe grasen und Pferde weiden. Wir ignorieren die Abzweigung nach rechts und gehen stattdessen immer weiter geradeaus, überqueren ein kleines Tal und zweigen dann links auf einen Weg ab. Wir gelangen zu einem weiteren Bachlauf. Sobald wir die Brücke überquert haben, die über diesen Bach führt, biegen wir nach links ab auf einen schattigen, sanft ansteigenden Fußweg, der auf einer Seite von einer Mauer flankiert wird. Nach etwa 300 Metern gelangen wir auf die Ebene von San Pier d’Agrino mit der Kirche und dem Jugend-Oratorium von Bogliaco direkt daneben. Die Hauptkirche mit Renaissance-Fassade ist eben jenem San Pietro geweiht, d’Agrino heißt sie aufgrund der weitläufigen Limonenpflanzung in dieser Gegend. Uns gegenüber befindet sich eine weitere, zwar etwas kleinere, aber durchaus sehenswerte Kirche, die dem Heiligen Kruzifix geweiht ist. In ihrem Inneren werden zahlreiche bedeutende Gemälde aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert aufbewahrt. Wir gehen auf dem Fußweg weiter und steigen die Stufen neben dem Kirchplatz hinunter. Wir wandern die Gasse links entlang bis wir zu einer weiteren Santelle gelangen, die der Vier Heiligen („Quattro Santi“). Sie befindet sich etwas abgelegen, etwa hundert Meter von der Kirche entfernt. Quattro Santi heißt sie aufgrund ihres viereckigen Grundrisses und auch, weil sich auf jeder Seite eine Nische (für jeweils einen Heiligen) befindet. Unter uns können wir auf die Dächer von Bogliaco schauen und das Seeufer bis Gargnano überblicken. Wir folgen der asphaltierten Straße bergabwärts und gehen noch etwa 50 Meter weiter in südliche Richtung. Recht auffällige Prellsteine weisen auf die Wegegabel mit einer gepflasterten Straße hin. Wir biegen in diese Straße ein und sind schon wieder von hohen Steinmauern umgeben, dahinter restrukturierte Limonaien. Aus einer von ihnen ragt ein kleines turmartiges Haus mit gotischen Fenstern. Die nette kleine Straße führt uns direkt nach Bogliaco. An dieser Straße befinden sich religiöse Keramiktafeln, auf denen man die Stationen der „via Lucis“ verfolgen kann. Gefertigt wurden diese Tafeln von den Schülern der hiesigen Kunstschule. Der Ort (65m ü.M. 10min-2Std.40min) fasziniert mit seinen aneinandergepressten schmalen Gebäuden und einem weitläufigen Hafenplatz. Folgen wir der mittleren Straße (via Trento), so gelangen wir auf einen kleinen Platz namens SS.Martiri. Von dort aus marschieren wir eine Gasse bergabwärts in Richtung See zum Hafenplatz, der bekannt ist wegen seiner Segelregatta der Centomiglia. Gewöhnlich ist der Platz wie ausgestorben, so auch der übrige Ort. Lautlos liegt er da mit seinen unbewohnten Häusern und wenigen Geschäften. Der Hafenkai belebt sich im Sommer nur anläßlich irgendeiner Segelregatta, aber der Lärm verfliegt sofort mit Beendigung der Veranstaltung und dem Besucher bleibt die etwas unwirkliche Empfindung einer fast verlassenen Ortschaft. Dies kann durchaus, je nach Empfinden, einen ganz ungewöhnlichen Reiz ausüben. Grandios und überschwenglich dagegen wirkt das Panorama vom Kai aus, eigentlich zu jeder Zeit ein Genuß, besonders aber dann, wenn der Sturm wütet, tobende Windböen den See aufwühlen und regelrechte tosende “Meeres“wellen aufwerfen. Aus architektonischer Sicht hat Bogliaco zahlreiche bedeutende Gebäude vorzuweisen, darunter den kleinen Palast Carattoni auf der Piazza SS.Martiri (XVI. Jhd.), oder auch die Fassaden alter Wohnungen (XV-XVIII Jhd.) mit einigen fein gemeißelten Tür- und Fensterrahmen längs der via Trieste. Alles überragend aber die imposante Fassade der Villa Bettoni, ein Adelswohnsitz aus dem 18. Jahrhundert direkt am See. Wir können sie vom Kai aus bewundern. Einen noch größeren Genuß bietet die Villa aber von der Statale aus. Dort erwartet uns nämlich der eindrucksvolle Garten mit seinen zahlreichen Statuen. Von hier aus sind es nur noch etwa zehn Meter auf der Staatsstraße in Richtung Gargnano und wir erreichen erneut San Carlo, den Ausgangspunkt unserer Wanderung.
Text von Franco Ghitti
Übersetzung: Susanne Schick, Gargnano.
 

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