Wanderung der “Santelle”

Wanderung der “Santelle”
Zwischen Gassen, Santelle, Limonaie und Mühlen auf Entdeckungsreise im geheimen Gargnano.

Die Wanderung beginnt im Hafen von Gargnano(1). Etwa in der Mitte der Piazza biegen wir in die Gasse neben dem Tabakgeschäft ein und befinden uns so gleich Mitten im ältesten Viertel Gargnanos, in dem sich die alten Fischerhäuser eng aneinander reihen; hier beginnt die Via Forni (der Name bedeutet "Backöfen" und ist ein Hinweis auf die vergangene Nutzung einiger Häuser an dieser Straße). Neben den verschiedensten architektonischen Spielarten finden wir hier an einer Fassade auch die erste Votivfigur aus glasiertem Gips (2). Es ist die erste von einer Reihe von Heiligenbildern, die hier “Santelle”, also etwa "kleines Heiligtum" genannt werden, und die uns auf der gesamten Wanderung begleiten. Am Ende der Gasse, nach einem bogenförmig über die Straße gebautem Haus, biegen wir nach links und laufen unter der Steinbrücke der Gardesana entlang, wobei wir an den Dorfbrunnen(3) vorbei kommen. Von hier geht es weiter bergauf bis zu einer Kreuzung, dort nehmen wir den mittleren Weg (via Dosso), der, eingeschlossen zwischen zwei Mauern, immer weiter vom Dorf wegführt; gleich zu Beginn befindet sich rechts eine weitere “Santella” aus dem Neunzehnten Jahrhundert, diesmal ein Madonnenbildnis. Etwa hundert Meter weiter wieder eine Kreuzung und wieder ein Votivbild, genannt “Madunina dei fèr”(4) ("Die Madonna der Eisen", was auf das Eisengitter hinweist, das sich vor dem Votivbild befindet) und das von einer dichten Kletterrose eingerahmt ist. Nach rechts geht es weiter bergauf auf dem Kieselsteinweg bis zur nächsten Kreuzung und unweigerlich auch zum nächsten Votivbild (in diesem Fall S. Carlo gewidmet -5-); von hier folgen wir der Wegbezeichnung Nr.37 (Richtung Musaga). Wir befinden uns nun auf der suggestiven Via Quarcina, die in den vergangenen Jahrhunderten eine wichtige Verbindungsstrasse zwischen den Siedlungen des Montegargnano war; daher befand sich an jeder Kreuzung eine religiöse Figur, die den Wanderer schützen und zum Gebet einladen sollte. Jetzt beginnen die Olivenhaine und dort, wo die Mauern langsam abklingen lädt eine kleine Bucht(6) dazu ein, das Panorama zu geniessen. Nach unten fällt der Blick auf den See und auf den schönen Kirchturm von S. Martino, weiter nach oben ragen hingegen die weißen Säulen der Zitronenhaine (Limonaie) (7) in den Himmel, daneben einige bunt getünchte Häuser und einige rustikale Gebäude mit Steinmauern. Wenige Meter weiter können wir zum Tal hin gewendet eine noch vollständig erhaltene Limonaia bewundern, mit ihren Steinbögen zur Straße hin, an der Kapernbüsche wachsen. Der steile Abhang wurde schon vor Jahrhunderten vollständig zu Terrassen ausgebaut, um darauf Zitronenhaine aufzubauen, die später zu einer blühende Industrie verhalfen und im Laufe der Zeit das Gebiet von Gargnano geprägt haben. Der Zitronenanbau erforderte eine große Zahl von Arbeitern, die auch aus angrenzenden Provinzen kamen und sicherte den ansässigen Familien, die über Grund und Boden verfügten, ein reiches Einkommen zu, was die beachtlichen Investitionen erklärt, die für den Bau von Mauern, Säulen, Holzverstrebungen, Holzlager, Zisternen, Bewässerungskanäle, Leitern, etc. notwendig waren. Der so entstandene, überaus komplexe Bau ist einzigartig und Gargnano war das Zentrum dieses außergewöhnlichen Anbaus, auch was die Zahl der hier angelegten Zitronenhaine betrifft. Neben einer Limonaia gehen wir weiter bis die Straße eigentlich nur noch ein kleiner Wanderweg ist, der durch eine üppige, schattenspendende Vegetation führt. Wir haben nun den höchsten Punkt der Wanderung erreicht und gleich danach, an der Kreuzung mit der Via Mulini (8), ein zementierter Weg, beginnt der Abstieg (h. 0,40 seit Beginn der Wanderung, Höhenunterschied etwa 200 m). Diese Stelle heißt “El pulpit”, also "Kanzel" im hiesigen Dialekt, denn von hier aus dominiert man den ganzen See. Neben der Haarnadelkurve steht ein orangenes Haus und an dessen Aussenmauer befindet sich das kleine Bildnis einer sehr feinen Madonna mit Kind. Die rustikalen Häuser, die nun an der Straße stehen, sind von einer ganz anderen Art: klein und niedrig. Sie hatten eine andere Funktion als die der Zitronenhaine, bei denen die Höhe, das Aufstrebende dominiert: es handelt sich um alte Öl- oder Maismühlen oder auch Schmieden, alles bewohnbare Häuser. Die Grundvoraussetzung war natürlich das Wasser, das in einem komplexen Kanalsystem je nach Bedarf zu den einzelnen Gebäuden geleitet wurde. Heute existieren diese Anlagen nicht mehr, aber es bleiben noch kleine Zeichen, die den aufmerksamen Wanderer an die Vergangenheit erinnern: Reste von Mühlsteinen oder kleine Kanäle begleiten uns zusammen mit dem Plätschern des Wassers in eine noch intakte Welt, in der das Leben von dem Wechsel der Jahreszeiten abhängig war. Auch in der Via Mulini befinden sich einige religiöse Bildnisse, die vielleicht nicht von großen Künstlern stammen, sich aber gut in die etwas naive Atmosphäre des Ganzen einfügen. Der Abstieg entlang der steilen Berghänge führt zu einem weiteren charakteristischen Gebäude, wieder mit einem Votivbildnis, diesmal eine Madonna mit einigen Heiligen. Am folgenden Wegzweig halten wir uns rechts und nach einer Weile erreichen wir dieProvinzstraße und folgen ihr ein kleines Stück nach links. Nach nur etwa 5 Metern entfernen wir uns wieder von der Straße und folgen nach rechts einem kleinen Weg, der an der steilsten Stelle mit einem Geländer ausgestattet ist. Man gelangt zu einer kleinen, aber hübschen Bucht(9), an der wir zwei weitere “Santelle” bewundern können und von hier geht es nach links unter einem Bogen hindurch zu einer Brücke, die einen der noch bestehenden Mühlbäche überquert. Erneut führt nun der Weg, Via Torrione, zwischen zwei hohen Mauern der Zitronenhaine hindurch und mündet auf der Staatsstraße, genau gegenüber der alten Società Lago di Garda (10) ("Gesellschaft des Gardasees"), bis vor wenigen Jahren ein Sammelzentrum für Zitronen und für die Pressung von Oliven und Lorbeeren. Gleich danach liegt der Klosterkomplex S. Francesco (11), den man unbedingt besuchen sollte und dessen Klosterbrüder den Zitronenanbau am Gardasee gegründet haben, wie die steinernen Kapitelle, die den wunderschönen Kreuzgang zieren, beweisen. Von hier führt der Weg durch den Bogengang am Gemeindehaus zum Steg am See, von dem aus die alten Häuser, die direkt ins Wasser gebaut sind, bewundert werden können und dann sind wir auch gleich am Ausgangspunkt, dem kleinen Hafen von Gargnano, angelangt. im diesen Spaziergang auch wirklich zu genießen, raten wir Ihnen, langsam zu gehen und sich nach allen Richtungen umzusehen, so können Sie alle Besonderheiten und interessanten Ecken und Ausblicke entdecken und genießen (architektonische Besonderheiten, Vegetation, Rundblicke). Die Wanderung erfordert keine besondere Kleidung, sie sollte nur bequem sein und robuste Schuhe, besser Wanderstiefel, sind von VorteilDurchschnittliche Wanderzeit h.1,20:
Text von Franco Ghitti . Übersetzung : Inke Richter - Gargnano Inke.Richter@tin.it
 

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