Zwischen S. Valentino und Cima Comer

Auf dem Pfad Der Wunder, Zwischen S. Valentino und Cima Comer
Der Ausflug nach S. Valentino ist ein absolutes Muss, wenn man das Hinterland von Gargnano nicht nur oberflächlich kennen lernen möchte. Eine Möglichkeit, um die auf schmalem Grat in den Felsen gehauene Einsiedelei zu erreichen, ist der ganz normale Aufstieg nach Sasso (diese Ortschaft kann man zu Fuß von Gargnano aus entlang der Markierung Nr. 30 erreichen, beginnend bei dem alten Gebäude der Campagnola entlang der via Crocefisso und über den Pis, oder direkt per Auto auf der Straße nach Montegargnano). Nachdem man Sasso bis zu den Brunnen durchquert hat, nimmt man den Eselsweg Nr. 31 und erreicht in ca. 40 Minuten die kleine Kirche. Informationen dazu bietet das Heft von Bruno Festa, erhältlich an den Zeitungskiosken.Alternativ für diejenigen, die eine anspruchsvollere und ungewöhnlichere Wanderung bevorzugen, bietet sich die Möglichkeit, den Aufstieg zum Eremiten auf einem kürzlich wiederhergestellten und markierten Weg vor zu nehmen, der sich von der Ortschaft Sisengla zwischen Felsspitzen und Felsvorsprüngen bis zu dem steilen Absatz schlängelt, auf dem die kleine Kirche sich überlassen ist. Allerdings müssen wir gleich zu Anfang sagen, dass in diesem Fall der Aufstieg nicht für alle geeignet ist: es bedarf einer gewissen Disposition und Übung im Bergwandern, und man darf nicht Schwindel anfällig sein. Es handelt sich um einen Pfad, der früher von den Gargnanesen benutzt wurde, um schnell nach S. Valentino und von dort nach Rasone und Briano zu gelangen. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Weg mangels Instandhaltung und wegen der generellen Vernachlässigung der Berglandschaft nicht mehr benutzt worden und fast verschwunden. Erst vor wenigen Jahren hat man ihn wieder entdeckt und in die Treckingroute des Unteren Gardawegs aufgenommen, welches der Wanderweg ist, der Salò mit Limone verbindet. Von Seiten der Regionalen Forstverwaltung wurde er 1996 zum ersten Mal instand gesetzt. Nun wurde er erneut gesäubert und verbessert, durch Anbringen neuer Stahlseile, die auch auf steileren und gefährlicheren Abschnitten ein sicheres Gehen ermöglichen.

Der Ausflug nach S. Valentino

Von Sasso, Ortsteil von Gargnano (550 m ü.M.), nimmt man die untere Straße, die unterhalb des Dorfes Richtung Sisèngla führt (Markierung Nr. 30). Nach einem terrassierten Abschnitt kommen wir zu einem kleinen Tal, wo die Straße endet und der Wanderweg beginnt. Wir erreichen ein zweites Tal, das von rötlichen , in regelmäßigen Reihen verlaufenden Felsen überragt wird, und gehen gleich hinter einer Erhebung mit einem auffälligen Strommast nach links steil bergauf (400 m ü.M) –h. 0,20). Auch wenn, den Blick nach oben gerichtet, klettern die einzige Möglichkeit zu sein scheint, um hinauf zu gelangen, so entwirrt sich doch allmählich der Weg, je näher wir zur Felswand gelangen, den rutschigen Felsweg bequem zu kleinen Rastpausen nutzend, immer dem steilen aber nicht gefährlichen Abhang bergauf folgend. Kurz nach einer Gabelung führt der Weg auf ein steiniges Gelände; wir überqueren es auf dem unteren Teil und bemerken eine merkwürdige Schrift auf den Felsen: Mikro, widerborstige Elena, Topolino...Fantasienamen, die darauf hinweisen, dass begeisterte jugendliche Amateursportler auf anspruchsvollen Klettertouren unterwegs waren. Wir dagegen gehen auf dem normalen Weg mit den  rot-weißen Markierungen weiter. An den Stellen, die am gefährlichsten sind, hilft uns das Seil, sicher voran zu kommen. Nach einem leichten felsigen Abschnitt ist der erste Felsausläufer erreicht. Von hier können wir den See in seiner ganzen Größe bewundern. Um uns herum gibt es kaum Vegetation, wir bemerken aber an den am meisten geschützten Stellen ausgedehnte Flächen mit Eichen (élès in Dialekt, die zwischen den Felsen in einer Höhe bis zu 1000 m wachsen, was bedeutet, dass hier auch im Winter grün zu sehen ist. In solchen Höhen zu gedeihen, ist ein Rekord für diese Pflanze, die ein wenig das Emblem der mediterranen Landschaft ist und die man zwischen dem nördlichsten und dem höchsten Punkt findet. Die Erklärung dafür ist einfach: abgesehen von dem günstigen Klima des Gardasees sind die Felswände nach Südosten ausgerichtet und dank der Wasseroberfläche, die morgens als Reflektor dient und dank der weißen Felsen, welche die Wärme während des restlichen Tages reflektieren, wird die Wärme der Sonnenstrahlen multipliziert und schafft dieses günstige Kleinklima, das auch wir in den kältesten Wintermonaten angenehm zu spüren bekommen.Wenn wir unseren Aufstieg fortführen, gelangen wir wenig später an einen anderen Vorsprung, von dem aus wir in der Höhe, wie an einen Felsen gelehnt, die kleine weiße Kirche S. Valentino erblicken. Die Sicht in die Höhe als auch in die Tiefe ist hier beeindruckend, wir sind umgeben von Vorsprüngen und offensichtlich in Verfall befindlichen Felswänden. Wir gehen weiter und gelangen zu einer schmalen Schlucht, die wir nur überwinden können, wenn wir uns am Seil festhalten; dies ist einer der gefährlichsten Punkte der Tour. Nach einer weiteren kleinen Anstrengung erreichen wir das Gelände des Eremiten (770 m ü.M. – h.0,55-1,15).S. Valentino ist ein kleines intimes Juwel. Diese winzigen Zimmer, die Kapelle, die Feuerstelle, die Zisterne, unter oder auch in den Felsen gehauen, üben einen besonderen Reiz aus. Zahlreiche Besucher kommen auf dem normalen Pfad hier her; etliche schreiben in das Gästebuch, das auf der Kniebank in der Kirche liegt, ihre Bemerkungen oder auch ihre Bitten. Nach der Überlieferung ist die Einsiedelei von den der Pest im Jahre 1630 Entkommenen errichtet worden, die auf diesem Gelände Zuflucht vor der Epidemie gefunden haben. Im 19. Jahrhundert wurde sie auch die Herberge von Geremia Paladini, ein Eremit, der vom venezianischen Ufer des Sees kam und viele Jahre an diesem Ort lebte, ihn erweiterte und verbesserte. Eine Skizze seines Portraits hängt an einer der Wände der Kapelle.

Der Anstieg zum „Finger“ und zur Cima Comer

Nach der verdienten Rast können wir wählen, ob wir auf dem normalen Eselspfad Palina nach Sasso zurückgehen oder weiter ansteigen wollen. Bei schönem Wetter ist kein Raum für Unentschlossene, daher nehmen wir den Anstieg von der Schlucht aus seitlich der Kirche in Richtung Cima Comer. Auch hier erleichtern uns die Seile den sicheren Aufstieg. Nach ca. 15 Minuten erreichen wir den Gipfel und einen Felsvorsprung, von wo wir einen Panoramablick auf den See, den durch die Felsen verlaufenden zurückgelegten Pfad, die terrassierten Hügel des Montegargnano und die Spitze des Monte Castello genießen. Unterschiedliche Bilder, die sich zu einem außergewöhnlichen Ganzen zusammenfügen. Etwas weiter unten, auf einem Felsvorsprung, der von der Felswand wie ein riesiger Daumen absteht und daher „Finger“ genannt wird, bietet sich uns ein weiterer ungewöhnlicher Blick , die Einsiedelei von oben dominierend. Ihn zu erreichen, erfordert weitere ca. 10 Minuten, um den Abhang hinunter zu gehen und zum Finger zu klettern, zur Sicherheit wieder mit Hilfe des Seils (820 m ü.M. – h. 0,25-1,40).Auf dem Weg zum Comer kommen wir an La Spiasa vorbei, ein kurzer ebener Abschnitt (der einzige in der Region), der uns Gelegenheit zum Verschnaufen gibt, bis wir zur Markierung Nr. 31 kommen, die Sasso mit dem Comer verbindet. Der Weg wird jetzt leichter, und selbst wenn der Anstieg weiterhin anstrengend ist, kann man jetzt entspannter auf dem Kamm gehen, ohne Angst, sich zu verlaufen. Nach 30 Minuten durch einen dichten Kastanienwald kommen wir an eine schattige Öffnung, neben dem Bach Val di Scalve, der meistens ausgetrocknet ist. Hier gibt es eine Gabelung: der Weg links führt uns zur Berghütte mitten auf den Wiesen von Briano (die nicht bewirtschaftete Hütte ist an Feiertagen geöffnet, außer im Winter). Rechts dagegen geht es auf dem „Weg der Wunder“ immer am Kamm entlang, eher schwierig, aber von großem Reiz bis zum Gipfel. Davor kommen wir noch an eine , und nach einem letzten anstrengenden Anstieg von ca. 30 Minuten erreichen wir endlich den Gipfel mit einem Holzkreuz auf einem losen Steinhaufen (1279 m ü.M. – h.1,00 –2,40). Cima Comer ist einer der besten Aussichtspunkte am Gardasee. Außer dem Blick auf den See, der sich von diesem zentralen Punkt in seinem ganzen Ausmaß darbietet, beeindruckt gegenüber das Massiv des Baldo mit seinen glazialen Schluchten, scheinbar zum Greifen nahe, und die Bergkette des Alto Garda vom Pizzocolo bis zu den Ausläufern des Adamello, die Sicht auf Wiesen und waldige Täler unter uns. Abends, an besonders klaren Tagen, die man nach Sommergewittern und während der kalten Wintertage erleben kann, geht die Sonne auf unserer Höhe unter, hinter den Kulissen des Pizzocolo, und färbt den Himmel in fast unnatürlichen Farbabstufungen. Genau dann kann man bei genauem Beobachten im Süden hinter der Poebene das Profil des toskanisch-emilianischen Apennin erkennen, während 1200 Meter unter uns das Ufer des Sees mit seinen Ausbuchtungen durch die Lichter in Erscheinung tritt. Nach der verdienten Rast empfiehlt sich der Abstieg durch den Wald auf dem Weg Nr. 32, der nach Briano zur Berghütte führt (1000 m ü.M.- h.0,30). Etwas unterhalb der Hütte biegen wir auf der asphaltierten Straße gleich nach links ab auf den Weg Nr. 31, der uns direkt nach Sasso führt (h. 0,50–1,30). Für die Geübteren, die direkt von Gargnano aufgestiegen sind, ist es noch eine knappe Stunde Weg, wenn man will über Musaga und die via Quercina auf dem Pfad Nr. 37, oder durch das Val die Paröi entlang der Markierung Nr. 34 (wo die Straße von Sisèngla endet); eine andere Möglichkeit ist, nach Sisèngla zurückzugehen, um über den Pis und dann durch die via Crocefisso abzusteigen (Nr. 30 – in diesem Fall ca. 1,15 Stunden).
Achtung!  Auf dem Abschnitt von Sisèngla nach S.Valentino und auch in dem anschließenden von der Einsiedelei zum Finger ist besondere Vorsicht geboten, vor allem, um den Steinfall von oben nicht zu provozieren. Deswegen ist das Tragen von Helm und Wanderschuhen empfohlen. Von einer Wanderung ist aus diesen Gründen auch abzuraten in Zeiten von heftigen Regengüssen, die den Steinschlag begünstigen, und an sonnenreichen Sommertagen, wegen der ständigen Südlage. Nur Geübte können die gesamte Wanderung machen. Die angegebenen Zeiten sind so bemessen, dass sie auch kurze Rastpausen zur Bewunderung der Landschaft erlauben. Wer in aller Ruhe und ohne Anstrengung auf den Panoramagipfel des Comer gelangen möchte, kann mit dem Auto direkt nach Briano fahren und es in der kleinen Öffnung unterhalb der Berghütte parken; von dort gelangt man in 40 Minuten zum Comer, indem man der Markierung vor Ort folgt (Nr. 32).
Text  von Franco Ghitti (Übersetzt von Malu Schultheis)

Die Pflege des Wanderwegs, einschließlich des Anbringens des Stahlseils und der Beseitigung störender Pflanzen erfolgte durch die ehrenamtliche Arbeit von passionierten Bergsteigern aus dem Ort (Fabio Castellini, Mario Nisoli, Franco Ghitti). Mitgeholfen haben auch Andrea Arosio, Gianfranco Scanferlato und Arturo Vezzola. Das Werkzeug wurde gestellt vom regionalen Forstamt, von Lorenzo Baroldi, Ferruccio Benetelli und Roberto Viale. Die Kosten für das Material wurden finanziert aus dem Verkauf von Wanderkarten für Gargnano, erhältlich im Infobüro der Hotel- Vereinigung, im Pro Loco, im Zeitungsladen Sinibaldi und in der Tabaccheria Fava.

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